Vor der Industrialisierung
im 19. Jahrhundert war die Land an Rhein und Ruhr eine ziemlich
arme Gegend. Der Name "Sauerland" drückt aus, daß
es den Menschen damals wirtschaftlich sehr sauer (= schlecht)
ging.
Aus dieser Situation heraus enwickelten sich in unserer Region
auch sehr starke revolutionäre Kräfte, die die Welt
verändern sollten. Karl Marx wurde im nicht weit entfernten
Trier (Rheinland Pfalz) geboren, sein Förderer Friedrich
Engels stammt aus Barmen (Wuppertal). Man kann Marx und Engels
nicht vorwerfen, daß ihre Ideale von den später real
existierenden "kommunistischen" Diktaturen verraten
wurden. Die Leugnung der liberalen Elemente des Marxismus hat
jedoch zum Untergang des Ostblocks geführt, so daß
sich dieses Problem von selbst gelöst hat.
Der Sozialismus und der Kommunismus hatten im vom proletarischen
Geist geprägten Ruhrgebiet immer eine große Bedeutung.
Im Kaiserreich durfte es deshalb keine Kasernen und Universitäten
im Ruhrgeiet geben. Vor 1933 hatte die SPD nirgendwo eine absolute
Mehrheit, in vielen Städten war sogar die KPD stärker.
Die Nazis hatten es sehr schwer, sich im Ruhrgebiet durchzusetzen,
obgleich auch das Ruhrgebiet von der schweren Rezession der 1920ger
Jahre sehr stark betroffen war. Hinzu kam die schikanöse
Besetzung des Rheinlandes und des Ruhrgebietes durch Frankreich
im Jahre 1923.
Nach Beendigung des zweiten Weltkrieges verhinderten die westlichen
Siegermächte ein Wiedererstarken der linken Parteien. Die
Briten gründeten das mit 16 Millionen Einwohnern sehr bevölkerungsstarke
Land Nordrhein - Westfalen, um zu verhindern, daß im Ruhrgebiet
eine Volksfrontregierung aus SPD und KPD die Macht übernimmt.
Das KPD Verbot von 1954 und das anschließende Wirtschaftswunder
zerstörten anschließend die sozialistischen und kommunistischen
Kräfte im Ruhrgebiet nachhaltig, zumal sich auch die SPD
in ihrem Godesberger Programm von 1958 zu einer "normalen"
Volkspartei wandelte.
Heute wird fast jede
Stadt im Ruhrgebiet schon seit Jahrzehnten allein von der SPD
regiert. Es mag bezweifelt werden, ob das gut ist für das
Ruhrgebiet, denn die notwendige konstruktive Zusammenarbeit der
Städte ist in der Regel trotzdem nicht gegeben. So werden
Einkaufszentren direkt an der Stadtgrenze gebaut, was Kaufkraft
und damit Steuern von der Nachbarstadt abzieht. Ein kleinliches
Hinundher und unsinnige Eifersüchteleien schädigen oft
die Bürger.
Die Politikverdrossenheit
der Bürger ist heute auch im Ruhrgebiet groß. Möglicherweise
fehlt heute unserer Region einfach nur die alte Pionier - Mentalität
aus der Zeit gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Vielleicht sollten
wir uns die Leistungen unserer Vorfahren zum Vorbild nehmen, dann
könnten wir sehr viel erreichen. Die menschlichen und materiellen
Vorraussetzungen dafür sind vorhanden.